09. Dezember 2006
Verbot von Weihnachtsfeiern
Der "Krieg", der seit einigen Jahren bereits in den USA tobt, ist nun endgültig auch in Europa ausgebrochen: Der "War on Christmas". Folgend zwei aktuelle Beispiele aus Deutschland und England, wie politisch korrekte Aktivisten versuchen die Weihnachtsfeier zu sabotieren. Das Schlimmste an der Sache ist, dass Vertreter aus christlichen Kirchen Verständnis für solche Massnahmen haben. Ganz im Gegensatz zu den Muslimen!. Wie treffend hat doch Henryk M. Broder den Titel für sein aktuelles Buch gewählt: "Hurra wir kapitulieren!"
Eine Provokation für Nicht-Christen: Öffentlicher Weihnachtsbaum

Deutschland: Viele Kindergärten verzichten auf WeihnachtsfeiernQuelle: SWR.de
Immer mehr christliche Kindergärten im Land verzichten auf eine Weihnachtsfeier. Der Grund: Den andersgläubigen Kindern oder deren Eltern sei Weihnachten nur schwer zu vermitteln.
Der Pfarrer der Stuttgarter Gemeinde Gablenberg hat damit kein Problem. Hanns Günther unterstützt die Idee sogar ausdrücklich, da er niemanden anderen Glaubens verprellen möchte.
Religionspädagogen wie der Freiburger Professor Wilhelm Schwendemann von der evangelischen Fachhochschule beobachten seit einiger Zeit aber immer wieder einen ängstlichen Rückzug bei der Vermittlung christlicher Inhalte in Kindergärten. Und auch außerhalb von Baden-Württemberg sorgten jüngst vergleichbare Fälle für Diskussionen zwischen Eltern und Kindergartenleitung, zum Beispiel in Weiden in der Oberpfalz. Dort wurde das St.-Martins-Fest religionsneutral in Laternenfest umbenannt, obwohl der überwiegende Teil der Kinder aus christlichen Familien kommt und die Eltern sich gegen die Umbenennung wehrten.
Rieth hat für solch ein ausweichendes Verhalten kein Verständnis. Wenn ein Kindergarten ein konfessioneller Kindergarten sei, solle er nicht mit seiner Konfession hinter dem Berg halten. Dies würden auch viele muslimische Eltern sagen, die ihre Kinder bewusst in eine derartige Einrichtung geben. Der katholische Religionspädagoge Albert Biesinger (Tübingen) fordert, die religiöse Bildung im Kindergarten nicht runter-, sondern hochzufahren. Dies müsse nicht nur für die christliche Tradition gelten, sondern auch für muslimische Inhalte. Erzieherinnen müssten entsprechend dem Bildungsplan fortgebildet werden.
Weihnachtsfeiern politisch inkorrektQuelle: Kurier.at
In Großbritannien gibt es heuer kaum Firmen-Weihnachtsfeiern, da sie Muslime als beleidigend empfinden könnten
London: Traditionelle Weihnachtsfeiern sind nach Einschätzung zahlreicher britischer Arbeitgeber und Stadtverwaltungen nicht länger "politisch korrekt". Einige britische Anwaltskanzleien veröffentlichten sogar schon eine Warnung: Im multikulturellen London arbeiteten Menschen verschiedenen Glaubens zusammen, und vor allem Muslime könnten die oft ausschweifenden Bürofeiern als beleidigend empfinden, so die Anwälte.
Aus Angst vor Ärger oder sogar Klagen wird in diesem Jahr offenbar bereits weniger gefeiert. Von 5.000 britischen Unternehmen wollen etwa 80 Prozent in diesem Jahr keine Party veranstalten, so das Ergebnis einer Umfrage der Anwaltskanzlei Peninsula, die sich auf Arbeitsrecht spezialisiert hat.
Queen und verschleierte Muslimin
Die Kanzlei spricht von "einer Welle der politischen Korrektheit", die über Großbritannien hereingebrochen sei. In einigen britischen Großstädten untersagen die örtlichen Behörden Weihnachtsschmuck und Lichterketten in Einkaufszentren und Fußgängerzonen. Außerdem würden traditionelle Weihnachtsveranstaltungen "säkularisiert", so Peter Done von Peninsula. Politische Korrektheit herrscht auch im britischen Fernsehen: Außer der Queen wird in diesem Jahr eine völlig verschleierte Muslimin eine Weihnachtsansprache halten.
Nerven wie Clint Eastwood
Viele Unternehmen haben diese Entwicklung in den vergangenen Wochen offenbar aufmerksam verfolgt. Keiner wolle ins Fettnäpfchen treten, erklärt Done, und deshalb gingen viele auf "Nummer Sicher". Wer sich trotzdem traut zu feiern, "braucht Nerven wie Clint Eastwood", kommentierte die Boulevardzeitung "Daily Mirror". Unternehmen sollten eine Reihe von Regeln befolgen, damit die Feiern nicht aus dem Ruder laufen, empfiehlt Greg Campbell von der Kanzlei Faegre and Benson. Sexuelle, rassistische oder religiöse Diskriminierung müssten auf jeden Fall verhindert werden, sonst könnten Arbeitnehmer klagen.
Also keine Weihnachtsfeiern nach Büroschluss, und auch sonst soll am Arbeitsplatz keine weihnachtliche Sentimentalität aufkommen. Etwa 74 Prozent von 2.300 befragten britischen Arbeitgebern verbieten laut Peninsula sogar Weihnachtsbäume und Weihnachtsschmuck, um andersgläubige Mitarbeiter nicht zu beleidigen. Das seien 71 Prozent mehr als im Vorjahr. So ließ die Royal Bank of Scotland, Großbritanniens zweitgrößte Bank, ihre Mitarbeiter in der Londoner City wissen, dass das Aufhängen von Weihnachtsschmuck "aus Sicherheitsgründen" nicht gestattet sei.
Völlig übertrieben
Viele Muslime finden die "politische Korrektheit" zu Weihnachten jedoch völlig übertrieben. "Das kann leicht nach hinten losgehen und christliche Briten gegen Muslime aufbringen", meint ein Sprecher des Christlich-Muslimischen Forums in Peterborough im Nordosten Englands. Auch Zahid Hussain vom Muslimischen Rat hält nichts davon, die Weihnachtsstimmung im Land zu unterdrücken. "Weihnachten ist Weihnachten, und wir machen beim Feiern mit", sagte Hussain einer britischen Zeitung.
Eine Provokation für Nicht-Christen: Öffentlicher Weihnachtsbaum



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